Erfolgreiches Trading – Nur eine Frage der Strategie?

Jeder Trader sucht nach erfolgreichen Strategien, je gewinnbringender, desto besser, aber ist das eigentlich alles, was man zum erfolgreichen Traden braucht? Wenn ich schon so frage, lautet die Antwort natürlich: „Nein!“. Eine Trading-Strategie ist im Grunde nichts weiter, als eine Ansammlung von Regeln, die vorgibt, wann und warum man am Markt aktiv wird, sei es Einstieg oder Ausstieg. Diese Strategie entwickelt jeder Trader für sich individuell, passt sie an seinen Alltag an und perfektioniert sie über seine Trading-Karriere hinweg. Sicherlich kann man auch mehrere Strategien fahren, aber alles läuft darauf hinaus, dass man feste Regeln hat. Völlig egal also, wie profitabel die Strategie im Test ist, sie funktioniert nur dann, wenn man die Regeln strikt einhält. Die drei schlimmsten Feinde des erfolgreichen Tradings Auf Platz Nummer 1 dürfte mit Abstand die Gier liegen. Stellen Sie sich folgendes Szenario vor. Sie sind Long im EURUSD, ihr Take-Profit liegt in greifbarer Nähe, der Kurs wandert im Schneckentempo zum Ziel. Die Stunde der News kommt, diese fallen unglaublich mies für den Dollar aus, der Kurs schießt nach oben und in Ihrem Kopf schreit eine Stimme: „Zieh den Take-Profit höher, da geht noch viel mehr!“. Sie hören prompt darauf, ziehen das Ziel etliche Pips nach oben und beobachten dann, wie der Kurs ihr eigentliches Ziel erreicht, kurz vor dem neuen Ziel umdreht und dann schlagartig auf ihren Stop-Loss losgeht Hätte ich mich doch nur an meinen Plan gehalten… Wer nun sagt, dass er diese Situation noch nie erlebt hat, lügt entweder oder verdient einen riesigen Haufen Respekt. Im schlimmsten Fall hätte das sogar funktioniert und Ihren Gewinn vervielfacht. Im schlimmsten Fall? Schon richtig, denn wer nicht unbedingt ein eiskalter Stein ist, freut sich natürlich über Gewinne, je größer, desto besser. Wenn so eine Abweichung vom Plan dann auch noch profitabel ist, führt das nur dazu, dass man diesen Fehler immer und immer wieder macht. Die nächsten Plätze werden dann von Ungeduld, Unsicherheit und Überheblichkeit belegt. Die Reihenfolge variiert je nach Trader. Im Grunde kämpft aber jeder Trader mit diesen Faktoren, solange er nicht den Entschluss gefasst hat, Trading als sein Geschäft anzusehen. Ungeduld tritt in der Regel immer dann auf, wenn Sie mit Pending Orders arbeiten. Der Kurs ist zwar in der Nähe des Einstiegs, aber ein paar Pips fehlen eben noch. Plötzlich geht der Kurs wieder in die entgegengesetzte Richtung und Sie fragen sich, ob Sie den Einstieg nun verpasst haben? Was, wenn er nun direkt zum Ziel läuft, ohne vorher meine Pending Order auszulösen? Die Unsicherheit macht sich breit und die Ungeduld wächst, letztendlich geben Sie nach und steigen direkt in den Markt ein, vermutlich nur um festzustellen, dass die Position nun anständig ins Minus läuft und die Pending Order mit Leichtigkeit noch ausgelöst hätte. Überheblichkeit tritt hingegen immer dann auf, wenn Sie gerade einen guten Lauf haben. Ein Trade nach dem anderen läuft in die Gewinnzone, ihr Kontostand wächst und wächst. Jetzt hab ich den Dreh raus, nichts kann mehr schiefgehen. Jetzt sahne ich richtig ab! Sie erhöhen beim nächsten Trade die Positionsgröße auf ein ungesundes Maß und prompt beschließt ihre Glückssträhne ein Ende zu nehmen. Zack! Auf einen Schlag die Gewinne der letzten Trades vernichtet. Soll ich jetzt den Stop-Loss verschieben, noch ein bisschen mehr riskieren? Letztes Mal hat der Kurs auch umgedreht, kurz nachdem ich ausgestoppt wurde. Solche Gedankengänge können ein Trader wahrlich verzweifeln lassen. Sie sind ein sicheres Anzeichen dafür, dass Ihre Strategie unvollständig ist, oder Sie nicht so richtig wissen, was Sie da eigentlich machen. Kamen Ihnen einige der oben genannten Szenarien bekannt vor? Ich glaube jeder Trader durchläuft diese Phasen im Laufe seiner Karriere, vermutlich mehrmals. Meistens verbucht man diese Erfahrungen unter Lehrgeld und schwört sich, diese Fehler nie wieder zu machen, was für gewöhnlich nicht allzu lange dauert. Wie kann man sich effektives und rationales handeln antrainieren? Vorweg sei gesagt, Trading ist nicht jedermanns Sache. Erfolgreich traden bedeutet, sich selbst unter Kontrolle zu haben, zu jeder Zeit, in jeder Gefühlslage. Wenn Sie damit Probleme haben, sollten Sie entweder ihr Kapital in eine gescheite Trading-Ausbildung investieren oder sich von dem Gedanken trennen, langfristig damit Geld zu verdienen. Wenn Sie jedoch fest davon überzeugt sind, ihre Vorgehensweise zu verbesseren, können die folgenden Schritte Ihnen dabei helfen, die Gefühlswelt vom Trading zu trennen: 1) Führen Sie ein Trading-Tagebuch. Nein, damit ist nicht gemeint, dass sie täglich aufschreiben „Liebes Tagebuch, der Markt ist voll doof!“. Sie notieren stattdessen alle Trades, die Sie getätigt haben. Dabei geht es weniger darum, auf den Cent genau die Gewinne und Verluste zu protokollieren, vielmehr sollten Sie zu jedem Trade Notizen machen. Warum sind Sie gerade dort in den Markt eingestiegen? Welche Signale hatten Sie? Haben Sie alle Regeln der Strategie eingehalten? War ihr Money Management ok? Vermerken Sie ebenfalls, ob der Trade am Take-Profit oder Stop-Loss geschlossen wurde, und falls nicht, warum Sie den Trade frühzeitig geschlossen haben. Es ist wichtig, dass Sie jeden Trade genau analysieren, beziehungsweise ihr Verhalten während des Trades. Ihr Eintrag könnte auch Gedankengänge beinhalten, wie zum Beispiel: „Während des Kursausbruchs bei den Nachrichten war ich verunsichert und wollte den Stop-Loss verschieben.“ Je mehr Informationen Sie sammeln, desto leichter wird es später, die Fehlerquellen zu lokalisieren und deren Ursachen zu erkennen. 2) Halten Sie Abstand zum Trading Wenn die Trades eröffnet wurden oder die Pending Order platziert ist, verschwenden Sie keine Zeit damit, den Markt stundenlang zu beobachten. Ihre Positionen sind mit Take-Profit und Stop-Loss versehen, was heißt, Sie wissen genau wo Sie ein- und wieder ausstiegen. Erfolgreiches Trading basiert auf festgelegten Strategien und genau diese befolgen Sie. Es spielt keine Rolle, was der Markt in der Zwischenzeit macht. Ob hoch oder runter, es gibt nur zwei Punkte an denen Sie aussteigen, welcher davon getroffen wird, ist im Grunde völlig egal. Wenn Sie die Strategie Punkt für Punkt gefolgt haben, gehören Gewinner und Verlierer gleichermaßen zum Geschäft. Je weniger Sie sich mit den Trades beschäftigen, solange diese offen sind, desto weniger Gedanken schießen Ihnen dabei durch den Kopf. Im besten Fall platzieren Sie morgens Ihre Trades, schließen danach die Plattform und schauen frühestens…

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Managed Accounts – Was sollten Anleger beachten?

Ein Managed Account gewährt jedermann die Möglichkeit, erfolgreich zu traden, ohne dabei selbst als Händler aktiv zu werden. Der Handel mit Devisen Der Handel mit Devisen, Aktien, Edelmetallen und Rohstoffen ist sehr spekulativ. Er beschert nur demjenigen eine hohe Rendite, der Geduld mitbringt und auch Verluste verkraften kann. Der Devisenhandel lässt sich bis in das Jahr 1880 zurückverfolgen, wo es erstmals möglich war, Geldzahlungen aus dem Ausland auf einem eigenen Konto gutzuschreiben. Nach Gründung des IWF und der Weltbank wurden Schwankungsbreiten der Wechselkurse verschiedener Währungen festgelegt, welche im Jahr 1973 beseitigt wurden. Seitdem unterliegen die einzelnen Währungen unterschiedlichen Schwankungen, die besonders in Krisenzeiten stärker sind. Gegenwärtig befindet sich der Leitzins der europäischen Zentralbank auf einem historisch niedrigen Niveau. Sparkonten und Staatsanleihen werfen kaum eine Rendite ab. Viele Trader entdecken den Forex-Handel (Devisenhandel) als interessante Alternative zu Konten oder Anleihen. Jedoch benötigt der Forex-Handel eine sehr lange Einarbeitungszeit, bis der Händler genügend Erfahrung für den Handel mit realem Geld gesammelt hat. Ein Trader muss ständig am Ball bleiben und sich umfangreiches Wissen über Finanzmärkte und technische Analysen aneignen. Normalerweise wendet er sich an einen der zahlreichen Online-Broker und eröffnet dort ein Handelskonto. Manche Trader beginnen sofort zu handeln und erreichen dabei hohe Gewinne, aber auch große Verluste. Für viele ist es vielleicht sinnvoller, Profis mit Handelsentscheidungen zu beauftragen. Auch haben nicht alle Menschen genug Geduld, sich zunächst umfangreich mit dem Forex-Trading zu beschäftigen und die technische Analysen zu erlernen. Für solche Trader kann ein sogenannter Managed Account eingerichtet werden. Managed Account Mit einem Managed Account beauftragt der Anleger einen anderen erfahrenen Trader oder Anbieter, mit der Verwaltung und Vermehrung seines Kapitals. Der Anleger erteilt somit dem Account-Manager eine Vollmacht für das Handelskonto. Der Manager hat die Funktion eines Vermögensverwalters und wird beginnen, das ihm anvertraute Kapital gut und sicher zu vermehren. Da ein solcher Trader das Geld vieler Kunden verwaltet, ist die Sache für ihn natürlich interessant und lukrativ. Das Managed Account Konto wird jedoch grundsätzlich nach festen vertraglich festgelegten Vorgaben geführt. Je nach Broker können im Rahmen von Managed Accounts nicht nur Devisenpaare, sondern auch „Contracts for Differences – CFDs„, Futures und Aktien gehandelt werden. Je nach Strategie kann eine risikofreudige oder vorsichtige Vorgehensweise ausgewählt werden. Trader mit Neigung zum Risiko können in einer kurzen Zeit große Gewinne, aber auch Verluste erwirtschaften. Ein Trader hat grundsätzlich auch keinen Zugriff auf das Kapital des Kunden. Nur der Kunde nimmt Ein- und Auszahlungen vor und entscheidet alleine über die Höhe seiner Einlage.  Anbieter eines Managed Accounts können eigenständig in das Handelsgeschehen eingreifen und die Größe von Lots bestimmen oder Positionen eröffnen und schließen. Der Kunde wird regelmäßig über alle Bewegungen und den Stand des Kontos informiert. Er behält die vollständige Verfügungsgewalt über sein eigenes Konto und hat das Recht, jederzeit den Handel zu beenden oder sich das Kapital ganz oder teilweise auszahlen zu lassen. Performence Historie bei Managed Accounts Die Investition durch Managed Accounts erfolgt meist durch eine technische Strategie. Die häufigsten Strategien sind die Trendfolge-, Ausbruch- und Swing-Strategie. Kunden, die einen Vergleich verschiedener Managed Accounts anstreben, sollten wissen, welche Strategie verfolgt wird, wobei als Bemessungsgrundlage die in der Vergangenheit erzielten Renditen herangezogen werden können. Bei einem Vergleich sollten monatliche, vierteljährliche sowie jährliche Renditen miteinander verglichen werden. Je weiter die Performance Historie zurückreicht, umso zuverlässiger ist sie. Ebenso sollte das Maximum-Drawdown herangezogen werden. Diese Größe gibt den höchstmöglichen Verlust (Maximalverlust) an, den ein Anleger in einem bestimmten Zeitraum erleiden kann, wenn er zum Höchststand gekauft und zum Tiefststand verkauft hätte. Risikobereitschaft des Traders Je nachdem, wie groß die Risikobereitschaft des Kunden ist, sollte er zu Beginn bei Managed Acconts höchstens zehn bis zwanzig Prozent seines Vermögens investieren. Dadurch erreicht er, dass selbst bei einem hohen Drawdown im Managed Account ein Verlust immer noch überschaubar bleibt. Transparenz des Account Traders Kunden, die ihr Kapital einem Managed Account Trader anvertrauen wollen, sollten darauf achten, dass alle Transaktionen bis in das letzte Detail einzusehen sind. Dabei sollten der Zeitpunkt und Kurs bei Eröffnung einer Position, der gehandelte Wert, das Volumen sowie Zeitpunkt und Kurs bei Positionsschließung und der erzielte Gewinn oder Verlust nachvollziehbar sein. Der Account Trader sollte also über eine Handelssoftware verfügen, bei der der Kunde alle Trades nachvollziehen kann. Er sollte jederzeit Einsicht in sein Konto nehmen dürfen und sich zusätzlich über die jeweiligen Trades informieren können. Automatisierte Systeme Ein Managed Account Trader wird bei der Auswahl seiner Entscheidungen in der Regel durch ein automatisiertes Handelssystem unterstützt. Die Manager berufen sich dabei ausschließlich auf messbare nachvollziehbare Auswertungen durch das System. Diese sind so entwickelt, dass Gewinnchancen maximiert werden. Es analysiert das Marktgeschehen und rechnet wiederkehrende Muster in die vorzunehmenden zukünftigen Prognosen ein. Handelssysteme beziehen sich immer auf eindeutige Anweisungen und Regeln, die für die jeweilige Marktsituation angewendet werden. Institutionelle Anleger, wie Banken oder Brokerhäuser wenden seit Jahren solche Systeme an, die den gesamten Handel automatisch steuern. Jedoch nehmen professionelle Trader auch bei automatischen Handelssystemen laufend eine Überwachung und Anpassung vor. Risiko- und Money-Management Vertraut ein Kunde sein Kapital einem Managed Account Trader an, ist ein striktes Risiko- und Money-Management notwendig. Beim Money Management sucht der Trader das richtige Investment aus. Das Risiko Management versucht, das Risiko für das Depot des Kunden so gering wie möglich zu halten. Dabei werden erzielte Gewinne abgesichert oder bei Eintritt eines Verkaufssignals wird rechtzeitig durch Verkauf der Position im richtigen Moment ausgestiegen. Dazu werden Stops gesetzt, die den automatischen Verkauf bei einem festgelegten Tiefstwert auslösen. Anbieter von Managed Accounts Die einzelnen Anbieter von Managed Accounts unterscheiden sich teilweise erheblich. Teilweise können Kunden schon ab wenigen Tausend Euro ein Account-Konto eröffnen. Andere Anbieter verlangen jedoch als Mindestanlage Beträge von 50.000,00 € oder mehr. Kapitalerträge sind grundsätzlich steuerpflichtig, wobei die gesetzlich vorgesehene Abgeltungssteuer gezahlt werden muss. Anbieter, die ihren Sitz im Ausland haben, führen in der Regel keine Steuern an ein deutsches Finanzamt ab. Erträge müssen in diesen Fällen vom Anleger zum Jahresende in der Einkommensteuerklärung angegeben werden. Kunden sollten bei Wahl eines Managed Accounts auf eine transparente, nachvollziehbare Kostenstruktur achten. Grundsätzlich fallen hier weder ein Agio (Aufgeld) noch laufende Gebühren für…

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Trading-Vorbereitung – Die Arbeit vor dem Handel

Zu jedem guten Trade gehört eine gute Vorbereitung. Die meisten Leute gehen jeden Tag zur Arbeit um ihr Geld zu verdienen, wir möchten unser Geld mit Traden verdienen. Und genauso wie Sie z.B. im Büro einige Vorbereitungen treffen müssen, bevor Sie mit der eigentlichen Arbeit beginnen, müssen Sie sich auch auf das Traden gründlich vorbereiten. Da Sie in der Regel allein sind und Ihnen im Gegensatz zu den professionellen Tradern keine Mitarbeiter zuarbeiten, bedeutet das eine noch gründlichere Vorbereitung. Schließlich setzen Sie Ihr eigenes Geld ein. Dazu möchte ich Ihnen in den folgenden Ausführungen einige Tipps, geben. Physische Voraussetzungen Stellen Sie sich vor, Ihre Trades laufen und plötzlich macht Ihr Laptop oder PC schlapp, der Trade dreht ins Minus und Sie können nichts tun, weil Ihre Hardware plötzlich nicht mehr mit macht. Oder Sie übersehen eine Möglichkeit, weil der Bildschirm vom Notebook zu klein geraten ist. Oder Sie haben eine Störung in der Software zu verzeichnen, weil Sie kein Virenschutzprogramm installiert haben. Und so könnte man die Aufzählung fortsetzen, aber ich denke Sie stimmen mit mir überein, dass man an Hard- und Software nicht sparen und diese immer auf dem neusten Stand halten muss. Da Sie immer sehr viel mehr als nur eine Information beim Traden benötigen, richten Sie Ihren Bildschirm so ein dass Sie alle wesentlichen Informationen im Blick haben können. Es empfiehlt sich wirklich die Überlegung, mit zwei oder mehr Bildschirmen zu arbeiten, um nichts an kursrelevanten Informationen zu verpassen. Machen Sie sich auf jeden Fall vorher mit der Handelssoftware vertraut, für Anfänger ist ein Demo-Konto eine sehr sinnvolle Vorbereitung. Hier lernen Sie nicht nur Ihre Risikobereitschaft ohne Probleme einzuschätzen, sondern auch die Tools sowie die dort abrufbaren Informationen, die in der Software enthalten ist, richtig zu benutzen. Scheuen Sie sich dabei nicht, den Support via Chat oder Telefon zu kontaktieren, wenn Ihnen etwas unklar ist. Beginnen Sie erst wirklich real mit dem Handeln, wenn Sie alles verstanden haben. Setzen Sie sich dabei aber nicht selbst unter Druck. Man muss nicht heute beginnen, morgen ist auch schließlich noch ein schöner (Handels-)Tag. Andere haben schon gehandelt Da man als Hobbytrader keine 24 Stunden am Tag vollkonzentriert vor dem Bildschirm sitzen kann, verschaffen Sie sich erst einmal einen Überblick über die Märkte und die eingetretenen Veränderungen in den Indizes. Dabei kommt es darauf an, bei größeren Schwankungen zum Vortag zu hinterfragen und zu recherchieren, warum ist eine Änderung in die eine oder andere Richtung eingetreten. Verzweifeln Sie nicht, wenn Sie nichts finden. Es gibt manchmal Situationen, in den eine Veränderung ohne einen Grund stattgefunden hat, bzw. die Gründe nicht ganz nachvollziehbar sind. Meist sind das dann technische Reaktionen des Marktes. In der Regel fängt man seinen Tag als Trader vor der Eröffnung der europäischen Hauptbörsen in London und Frankfurt an. Vorher deshalb, weil die asiatischen Börsen bereits die ersten Informationen für die von Ihnen geplanten Trades in Europa liefern. Neben den Indizes liefert der dazugehörige Marktbericht erste Erkenntnisse über den zu erwarteten europäischen Handel. Außerdem ist es eine Notwendigkeit für jeden Trader, die Aktienindex- Futures und den nachbörslichen Handel zu betrachten. Sollten Sie am Vorabend New York verpasst haben, holen Sie es unbedingt jetzt nach, sich einen Überblick über die Situation dort zu verschaffen. Auch wenn Sie im Augenblick nicht in Währungen investiert sind, könnte das Währungspaar Euro/ Dollar Ihren geplanten Trade beeinflussen. Wichtig sind auch die Informationen über die Entwicklung des Gold- und Ölpreises an den internationalen Märkten. Versuchen Sie auf jeden Fall, die wichtigsten Zusammenfassungen des vergangenen Handelstages mit in die Trading-Vorbereitung mit einzubeziehen. Für jeden Trader ist es wichtig, die möglicherweise kursrelevanten Entscheidungen und Entwicklungen in Politik und Wirtschaft zu verfolgen. Auch die Entscheidungen der Zentralbanken und die Reden von offiziellen Zentralbankern können Ihr Trading nachhaltig beeinflussen. Ganz wichtig, ist auch welche Daten werden von Unternehmensseite an welchem Tag veröffentlicht. Hier sind nicht nur die Daten von Unternehmen entscheidend, deren Wert Sie bspw. als Basis gewählt haben, sondern auch in diesem Zusammenhang die von den Zulieferern und Kunden veröffentlichten Zahlen und Nachrichten können für ein erfolgreiches Trading wichtig sein. Achten Sie auf jeden Fall auf Trends (kurz, mittel und langfristige Trends). Von der technischen Analyse her ist Ihnen die Bedeutung des gleitenden Durchschnitts, des kursrelevanten Fibonacci-Levels und Pivot-Punkte bewusst. Sie werden die Kenntnisse darüber dringend zur Entscheidungshilfe benötigen. Die Auswahl des geeigneten Trades Egal, ob Sie gerade beginnen zu handeln oder schon Erfahrungen im Tradinggeschäft haben, die wichtigste Frage ist immer wieder, mit welchem Basiswert (Aktien, Rohstoffe, Indizes, Währungen etc.) möchte ich überhaupt handeln? Wenn Sie einen Basiswert ausgewählt haben, dann sollte sich eine weitere Recherche anschließen. Schauen sich Sie neben den Charts auch die letzten Kommentare der Analysten und deren Zielvorstellungen dazu an. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Als erfahrener Trader wissen Sie ja auch, dass öfter ein Eigeninteresse des Analysten oder seiner Bank für eine tendenziell positivere Einschätzung sorgen kann, als im Nachhinein die Realität erlauben würde (Sellside-Analysen). Hinweisen möchte ich Sie auch noch auf die Handelszeiten an den Börsen, die beim globalen Trading eine große Rolle spielen. Viele Portale und Broker bieten Ihnen eine monatliche Aufstellung von sogenannten Börsenfeiertagen weltweit meist als Newsletter an. Da diese Tage international zum großen Teil sehr unterschiedlich ausfallen, sollten sie diese in einem Extrakalender notieren und beachten. Wenn es Tage mit verkürzten Handelszeiten gibt, werden diese auch mitgeteilt. Was leider immer mal wieder vorkommt, sind die unerwarteten Schließungen der Börsen aus den unterschiedlichsten Gründen, wie zuletzt geschehen in Griechenland oder nach dem 11. September. Das kann man nicht planen, muss aber wieder damit rechnen. Auch sollten Sie daran denken, dass die Börsen einen Wert vom Handel befristet aussetzen können. Wenn Sie einen solchen Wert als Basiswert für einen Trade gewählt haben, dann kann der Trade auch nicht mehr wie geplant zum Abschluss kommen. Wie viel möchte ich riskieren? Sie haben jetzt alle notwendigen Informationen zusammengestellt und nun folgt der letzte Schritt der Trading-Vorbereitungen. Wie viel Kapital bin ich bereit einzusetzen und was kann ich im worst case Szenario als Verlust einschließlich ggf. möglicher Nachschusspflicht verkraften? Das kann man nirgendwo nachlesen oder recherchieren, das…

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Fehler beim Traden – Warum viele Trader versagen

Menschen machen Fehler, das war so und wird immer wieder so sein. Unsere gesamte Entwicklungsgeschichte besteht aus Fehlern, aber aus Fehlern lernt man, früher oder später werden die Fehler korrigiert. Trader sind auch nur Menschen, auch wenn sie sich moderner und teilweiser superschneller Hilfsmittel bedienen, um damit ihr eigenes oder fremdes Kapital zu vermehren. Was ist ein Trader? Trader sind per Definition zunächst einmal Personen die den Handel an Finanzmärkten betreiben. Man unterscheidet dabei berufsmäßige Trader, die für Banken, Fonds, Versicherungen etc. arbeiten und Trader, die das mehr oder weniger als ein ernsthaftes Hobby betreiben und damit ihr Einkommen aufbessern wollen. Eine spezielle Gruppe stellen darunter die sogenannten Daytrader dar, die versuchen jeden Tag mit spezieller Trader-Software auch aus der kleinsten Bewegung an den Märkten, Kapital zu schlagen. Lassen wir die berufsmäßigen Trader, die eine Ausbildung in einer Bank oder direkt an der Börse durchlaufen haben und somit über das entsprechende Know-How sowie über die notwendige Hard- und Software verfügen beiseite und wenden uns in unserem Magazin der anderen Gruppe zu. Einige Gründe, warum Trader versagen… Nicht jeder Trade kann und muss erfolgreich sein, auch Profis machen Fehler beim Traden. Fehlende Kapitalausstattung Es gibt so viele Bücher, die man vorher lesen kann, Webinare und Seminare von Profitradern und anderen Finanzexperten, Software, die man kaufen kann oder auch soll. Und trotzdem ist ein Grund, warum Trader scheitern, das fehlende oder nicht ausreichende Startkapital. Ich bin aber nicht der Meinung, dass wie in einigen Publikationen gesagt wird, ein Kapital von bis zu einer halben Million Euro sei für den Start notwendig. Auch mit wesentlich kleineren Beträgen lassen sich erfolgreiche Trades gestalten. Aber lassen Sie sich niemals darauf ein, unter Druck zu kommen, weil Sie das Geld zu einem bestimmten Termin benötigen oder es sich um einen kreditfinanzierten Trade handelt. Die Fehler sind dann schon zwangsläufig vorprogrammiert. Zusammenhang zwischen Politik und Trading Der Spruch, dass politische Börsen kurze Beine haben, ist nach wie vor gültig. Wer spricht heute im Zusammenhang mit den Börsen noch von der Krise in der Ukraine oder vom arabischen Frühling mit all seinen politischen Katastrophen. Und von Griechenland wird man auch bald nicht mehr so viel hören, dass es die Märkte entscheidend beeinflussen wird. Aber Trader sind meist kurzfristig orientiert. Und jedes politische Ereignis ist von Bedeutung für sie, da es die Kurse sehr intensiv beeinflussen kann. Am Beispiel von Chinas Währung sahen Sie aber aktuell, wie die Politik die Kurse beeinflusst. Es war eine politische Entscheidung, die Landeswährung Yuan so nachhaltig abzuwerten. Die Kurse gingen daraufhin nicht nur an den chinesischen Börsen in die Knie, sondern weltweit gaben die Kurse an den wichtigsten Börsen nach. Wer hier nicht schnell genug reagierte, hatte erhebliche Verluste zu verzeichnen. Das die Kurse binnen weniger Tage sich wieder etwas erholten, ist für den kurzfristigen Trader, der ggf. Kapital nachschießen musste, auch kein großer Trost. Der Spruch nach einer gewissen Zeit vom sprichwörtlich umgefallenen Sack Reis in China ist dann auch nicht so ganz richtig. Eine „historische“ Lehre Erinnern Sie sich noch an die Zeiten des „Neuen Marktes“ in Deutschland als in dessen heißer Phase an jedem Stammtisch, in jeder Straßenbahn und in jeder Kantine früh, mittags und abends heiße Tipps für Anlagen ausgetauscht wurden? Eine Spekulationsblase baute sich auf, als diese platzte, wurden Milliardenwerte vernichtet. Zugegeben, damals ging es hauptsächlich um Spekulationsverluste aus Aktienanlagen, aber stellen sie sich die Situation heute vor, in der Handelsplattformen im Internet allen alles zugänglich machen. Deshalb sollten Anleger und auch Trader sich zurückziehen, wenn der Markt nervös und nicht mehr realistisch einschätzbar ist und zu kippen droht. Dass das immer wieder passieren kann und wird, beweist die Geschichte des Wertpapierhandels seit der „Tulpenkrise“, die im Februar 1637 ihren Anfang nahm. Psychologische Fallen Obwohl laut Untersuchungen von Fachleuten nur rund 40 % aller Trades erfolgreich verlaufen, möchte keiner zu den 60% der nicht erfolgreichen Gruppe gehören. Niederlagen schmerzen und an den Börsen und Handelsplattformen geht es um reales Geld und teilweise auch um die Existenz des Einzelnen. Börse ist 90 Prozent Psychologie, dieser alten Wahrheit müssen sich auch Trader stellen, wenn sie nicht alles verlieren wollen. Die wissenschaftliche Bezeichnung für diese Spezialdisziplin der Psychologie heißt Behavioral Finance oder auf gut deutsch Verhaltensökonomik. In verschiedenen wissenschaftlichen Veröffentlichungen werden immer wieder zwei psychologische Phänomene genannt, das „all- time- high- bias“ und der „Dispositionseffekt“ Der “All- time- high- bias” hat zum Inhalt, dass ein Wert auf Allzeithoch nicht weiter steigen kann, das sagt zumindest unsere Psyche. Also lassen wir die Finger davon oder spekulieren lieber mit einer Short-Position auf den Wert. Wie viel Verlust hätten Sie dann wohl mit so einem Wert wie Berkshire Hathaway eingefahren, dessen A-Aktienwert 1969 mit 43 Dollar auf den Markt kam und 2014 erstmalig die Grenze von 200.000 Dollar überschritt. Oder aber der entgangene Gewinn würde Sie auch schmerzen…. Viel entscheidender aber ist die psychologische Wirkung des Dispositionseffektes. Er beruht auf der menschlich verständlichen Angst vor Verlusten. Jeder Anleger und Trader weiß es aus eigener Praxis, dass Verluste mehr schmerzen als erfolgreiche Trades. Obwohl Trader sehr schnell handeln und die meiste Zeit Augenblicksentscheidungen treffen, überlegen sie zum Teil doch noch kurz, ob der Verlust nicht in einen Gewinn umgewandelt werden kann oder zumindest noch begrenzt werden kann. Und genau in dieser Phase des Überlegens können sich die Verluste ausweiten. Umgekehrt ist aber auch genauso mit Gewinnen, wenn der Trader den Gewinn realisiert und danach sieht er auf seinem Bildschirm, was er noch alles realisieren hätte können, wenn er den Trade nicht abgebrochen hätte. Sehr oft stehen falsche Mechanismen in unserem Denken und dem daraus folgenden Handeln einem Erfolg beim Traden im Wege. Es gibt dabei verschiedene Stufen des Schmerzes über entstandene Trading-Verluste. Wir machen mit einem Trade Verlust. Tut am meisten weh, das dürfte jedem klar sein. Wir beenden einen Trade mit Gewinn und wie oben schon erwähnt, es hätte mehr sein können, aber gut wir haben gewonnen und so schmerzt uns dieser entgangene Verlust nicht ganz so stark. Am wenigsten Probleme haben wir mit den Gewinnen bei Trades, die wir bewusst, weil wir uns nicht sicher waren oder…

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Nachschusspflicht für CFD- und Forex-Trader

Spekulation mit gehebelten Derivaten Bei Investoren ist es ist kein Geheimnis, dass sich mit Differenzkontrakten („Contracts for Difference – CFDs“) hohe Gewinne machen lassen. Diese Derivate nehmen auf Basiswerte, wie Aktien, Rohstoffe, Indizes oder Währungen Bezug, wobei Trader mit Long-CFDs auf steigende und mit Short-CFDs auf fallende Basiswerte setzen. Die Hebel dieser Kontrakte, mit denen Anleger an Kursbewegungen überproportional teilnehmen können, machen diese Finanzprodukte erst richtig interessant. Jedoch sind bei diesen Finanzprodukten auch große Verluste möglich. Besonders gefährlich wird es, wenn Anleger mehr verlieren, als sie ursprünglich eingesetzt haben. Spekuliert ein Anleger auf einen steigenden Index, wie beispielsweise den DAX und dieser Index geht ein Prozent nach oben, kann der Kursgewinn eines CFDs, je nach Hebel, 100 Prozent betragen. Geht die Spekulation jedoch nicht auf und der Basiswert entwickelt sich entgegengesetzt, wird allerdings der Kursverlust ebenfalls gehebelt. Rutscht das Handelskonto ins Minus, kann dies dazu führen, dass Anleger Geld nachschießen müssen, weil beim Forex Trading mit Differenzkontrakten im Gegensatz zum Handel mit Aktien oder Optionsscheinen eine Nachschusspflicht besteht. Entstehen der Nachschusspflicht Wer bei einem CFD- oder Forex-Broker handelt, kann mit wenig Kapital sehr große Positionen bewegen, wobei der jeweils eingesetzten Hebel die entscheidende Größe ist. Der Hebel ist die „Margin„, also die Sicherheitsleistung, die ein Anleger bei einem Broker hinterlegen muss. Einigen Anbietern genügt bereits eine Margin von 0,5 Prozent. Dies bedeutet konkret, dass zum Beispiel mit 1.000,00 Euro Positionen in Höhe von 200.000,00 Euro aufgebaut werden. Gewinne können so mit 200.000,00 Euro erzielt werden, während der Trader selbst nur 1.000,00 Euro investiert. Hat jedoch ein Trader beispielsweise CFDs für eine Position in Höhe von 200.000,00 Euro gekauft und der Basiswert eröffnet am nächsten Tag durch ein unvorhergesehenes Ereignis 10 Prozent tiefer mit einem Gap, schließt der Broker die CFDs mit einem Verlust von 10 Prozent und fordert vom Trader 19.000,00 Euro. Wäre der Verlust innerhalb der regulären Handelszeiten eingetreten, hätte der Broker die Position rechtzeitig schließen können, um einen solchen großen Verlust zu verhindern. Margin Call Entwickelt sich ein Kontrakt nicht, wie der Trader es erwartet, muss der Verlust aus der Sicherheitsleistung (Margin beziehungsweise Marge) gedeckt werden. Sinkt der Saldo des Margenkontos unter die sogenannte Erhaltungsmarge, wird der Anleger aufgefordert, Geld nachzuzahlen. Dieses Nachbesicherungsrecht des Brokers wird als „Margin Call“ bezeichnet. Zu einem Margin Call kann es insbesondere bei starken Kursschwankungen kommen. Mögliche Ursachen für das Eintreten der Nachschusspflicht Normalerweise führt ein Margin Call dazu, dass ein Broker im geregelten Markt alle Positionen zu einem aktuellen Kurs direkt schließt. Ausnahmen sind jedoch sehr volatile Märkte, Feiertage oder Wochenenden. Ebenso können plötzlich eintretende politische oder wirtschaftliche Ereignisse zu einer „Kurs-Gap“ führen. Ein Kurs-Gap ist ein größerer Sprung in der Kursentwicklung eines Basiswertes. Diese Lücke entsteht beispielsweise dadurch, dass Kurse an Wochenenden nicht gestellt werden und kein aktiver Handel erfolgt. Weil ein Kurs erst nach Handelseröffnung wieder greift (Eröffnungskurs), können beispielsweise über ein Wochenende stattgefundene unvorhergesehene Ereignisse zu einem solchen Kurs-Gap führen. Entsteht hier ein größeres Gap, besteht die Gefahr, dass dies nach Schließung zu einem negativen Kontostand auf dem Konto des Traders führt. Erleiden die Positionen im Handelskonto einen derart starken Verlust und greifen Maßnahmen, wie Stop-Loss-Kurse bei einem Kurs-Gap nicht, übersteigt der Schaden den Einsatz und das auf dem Konto zur Verfügung stehende Kapital. Folglich nimmt das Handelskonto einen negativen Saldo an. Jetzt besteht die Pflicht des Anlegers, über seine eigentliche Einlage hinaus, einen Nachschuss zu leisten. Diese Nachschusspflicht ist eine Forderung des Brokers, die unabhängig vom ursprünglich eingezahlten Kapital entstehen kann und im schlechtesten Fall für den Trader eine hohe Verschuldung bedeutet. So können selbst kleine Positionsgrößen große Verluste hebeiführen und ein Trading-Konto ins Minus reißen. Beispiel: Absturz des Schweizer Franken vom 15. Januar 2015 Trader konnten zum Beispiel im Falle des Währungspaares EUR/CHF mit einem Lot (100.000 Einheiten) den Betrag von 120.000 CHF bewegen. Bei einem Hebel von 1 : 500 wurde vom Broker eine Margin von 240 CHF verlangt. Nachdem die Schweizer Notenbank am 15. Januar 2015 den Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro aufgab, fiel der Euro innerhalb weniger Sekunden auf bis zu 30 Prozent und in der Spitze auf 0,84 Franken. Der Handel wurde vorübergehend ausgesetzt und erst nach einigen Minuten wieder aufgenommen, wodurch ein großes Kurs-Gap entstand. Anleger verloren innerhalb weniger Minuten einen dreistelligen Millionenbetrag. Zuvor hatten viele Trader bei einem Kursniveau von 1,20 Franken je Euro mit sehr großen Stückzahlen auf steigende Kurse spekuliert. Sie gingen davon aus, dass die Schweizer Notenbank den Kurs weiter stützen werde. Trader hatten über längere Zeit mit dieser Spekulation gute Gewinne erzielt, gingen anschließend noch größere Risiken ein und trieben mit immer höheren Positionen Handel. Anlegern nutzte es bei diesem Szenario auch nichts, dass sie vorher zur Begrenzung von Verlusten Stopp-Aufträge erteilt hatten. Die Bewegungen waren teilweise so heftig, dass der Kurs, zu dem ein Stop ausgeführt wurde, weit unter dem zuvor festgesetzten Stop-Auftrag lag. Auswirkungen für die Broker Die Broker konnten die Order der meisten Kunden aufgrund fehlender Liquidität oft nicht abwickeln und die Kundenverluste, die plötzlich entstanden waren, mussten zunächst von den Brokern übernommen werden. Die Folge waren Verluste im Millionenbereich. Alleine das US-Unternehmen FXCM verbuchte einen Fehlbetrag von 225 Millionen US-Dollar und der britische Broker „Alpari UK“ musste sogar Insolvenz anmelden. Die zunächst beim Broker liegenden Verluste wurden unter Bezugnahme auf die bestehende Nachschusspflicht an die Trader weitergereicht. Anwendung der Risikosysteme Grundsätzlich wird zwischen zwei Arten von Nachschusspflicht unterschieden. Entweder ist sie auf eine bestimmte Summe beschränkt oder sie ist unbeschränkt. Anleger können, je nach Broker, eine Höchstsumme bestimmen. Sollte der Ausgleich eines Fehlbetrages notwendig werden, wird nur diese Summe in Rechnung gestellt. Trader sollten sich bei ihrem jeweiligen Broker über geeignete Sicherheitsmechanismen erkundigen. Durch „garantierte Stop-Orders“ kann die Gefahr, dass beispielsweise über Wochenenden „Extremsituationen“ eintreten, zumindest abgefedert werden. Anleger können auch mit verschiedenen Strategien eine Nachschusspflicht umgehen. Vorrangig sollten Sie alle Positionen während der regulären Handelszeiten, also abends und vor Wochenenden und Feiertagen schließen. Ein Kurs-Gap durch Wochenenden oder Feiertage kann dadurch vermieden werden. Möglich ist auch, dass Sie in Märkten investieren, die rund um die Uhr geöffnet sind. Beispielsweise werden Devisen…

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Der Devisenhandel – Definition, Funktionsweise und Anwendung

Der Devisenhandel einfach erklärt Devisenhandel bezeichnet den An- oder Verkauf von Forderungen auf Währungen. Dabei wird lediglich ein Recht auf die Währung erworben, nicht aber die Währung selbst. Der Begriff „Devise“ wird häufig als Synonym für „Währung“ benutzt. Devisen sind Anrechte auf ausländische Währungen, die aus Guthaben, Schecks, Obligationen oder Wechseln bestehen können. Der Devisenmarkt ermöglicht den Tausch inländischen Geldes in ausländisches Geld und umgekehrt. Marktteilnehmer sind neben den Banken auch große Industrieunternehmen, Devisenhändler und Handelshäuser. Die Zentralbanken stellen eine wichtige Gruppe auf dem Devisenmarkt dar, weil sie aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen in den Markt eingreifen, um zum Beispiel ein wirtschaftliches Gleichgewicht herzustellen. Der größte Teil des Devisenhandels findet außerbörslich im Interbankenhandel statt. Die Grundformen bilden Devisenkassa- oder Devisentermingeschäfte. Bei Kassadevisen liegen zwischen dem Geschäftsabschluss und dem Tag der Erfüllung maximal zwei Arbeitstage. Das bedeutet, ein Käufer kann innerhalb von zwei Tagen mit der Lieferung rechnen. Es liegt ein reiner Währungstausch vor. Bei Termingeschäften stehen einem Käufer Devisen zu einem späteren Zeitpunkt zu einem vorher festgelegten Kurs zur Verfügung. Dabei haben beide Vertragsparteien die vereinbarten Bedingungen zu erfüllen. Diese Erfüllungen haben unabhängig davon, ob sich die Kurssituation geändert hat, zu erfolgen. Der Devisenhandel erfolgt immer in Devisenpaaren. Getauscht werden beispielsweise Euro gegen US-Dollar oder US-Dollar gegen Yen. Die Quotierung wird bis zu fünf Stellen hinter dem Komma festgelegt. Die wichtigsten Devisen Die Währungen der großen Wirtschaftsräume werden am häufigsten gehandelt. Dazu gehören der US-Dollar, der japanische Yen und der Euro und weitere Währungen aus Ländern, die über starke Finanzplätze verfügen. Hierzu gehören der Schweizer Franken oder das Britische Pfund. Der Euro ist offizielle Währung der Europäischen Währungsunion (EWWU). Die Einführung des Euro erfolgte 1999 als Buchgeld und 2002 erstmals als Bargeld. Der US-Dollar wurde bereits im 18. Jahrhundert eingeführt. Er galt lange Zeit als die stärkste Währung der Welt. Der Dollarkurs beeinflusst neben dem Rohölpreis sehr stark die Notierungen von Heizöl- und Benzinpreisen. Der Yen ist bereits seit 1871 Zahlungsmittel Japans und stellt neben dem Euro die größte Konkurrenz zum US-Dollar dar. In der Schweiz existiert der Schweizer Franken als Landeswährung schon seit 1850. Der Franken ist seit 1924 auch Zahlungsmittel von Liechtenstein. Die Einführung des britischen „Pfund Sterling“ erfolgte bereits 1750. Das Britische Pfund wurde danach mehrfach umgestellt. Geschichte des Devisenhandels Vorreiter des Devisenhandels war das antike Griechenland, bei dem verschiedene „Währungen“ Europas und des Nahen Ostens zusammen kamen. „Geldwechsler“ tauschten Münzen verschiedener Länder oder Städte, indem das Gewicht oder Goldverhältnis gemessen wurde. Ebenso konnten Rohstoffe gegen eine bestimmte Menge von Geld getauscht werden. Der internationale Devisenhandel wurde 1880 ins Leben gerufen. Es bestand erstmals die Möglichkeit, ausländische Zahlungen auf ein Bankkonto gutzuschreiben. Nach Gründung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank entstanden feste Wechselkurse, die ab 1969 gelockert wurden. 1972 wurden die Wechselkurse freigegeben, was anschließend immer wieder zu Kursschwankungen führte, welche besonders in Krisenzeiten sehr stark waren. Handel mit Devisen Eine Möglichkeit, mit Devisen zu handeln, sind Devisenkauf- oder Devisenverkaufsoptionen. Hier erhält ein Käufer das Recht, innerhalb eines festgesetzten Zeitraumes einen ganz bestimmten Betrag einer Währung zu einem festgesetzten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Aufgrund des Kaufs und Verkaufs unterschiedlicher Währungen wird ein Wechselkurs zwischen beiden Währungen gebildet. Deshalb wird in den Darstellungen immer ein Währungspaar genannt. Der so gebildete Kurs zwischen zwei Währungen wird als „Cross Rate“ bezeichnet. Ein Kurs von beispielsweise 1,1064 Euro zu US-Dollar bedeutet, dass für den Kauf von einem Euro 1,1064 US-Dollar gezahlt werden müssen. Der Handel (das „Trading“) mit Devisen erfolgt überwiegend durch Devisenbroker („Forex Broker„) und wird durch elektronische Systeme abgewickelt. „Trade“ bedeutet von seiner Bedeutung her, „Handel“ zu betreiben. Das Trading steht dafür, ein Geschäft abzuschließen beziehungsweise einen „Trade“ zu machen. Beim Devisenhandel bedeutet dies, eine Position zu eröffnen und diese Position entweder mit Gewinn oder mit Verlust zu schließen. Das bekannteste elektronische Handelssystem ist das Forex Trading. Forex Trading Jeder, der im Ausland in einer Bank oder Wechselstube Geld in eine andere Währung getauscht hat, ist mit dem Devisenhandel (Forex Trading) in Kontakt gekommen. Er hat die Erfahrung gemacht, dass es günstige oder weniger günstige Kurse gibt und die Wechselkurse schwankend sind. Handel mit Devisen ist nichts anderes, als die Preisunterschiede zu nutzen, um daraus Gewinne zu erwirtschaften. Es erfolgt kein physischer Erwerb einer bestimmten Währung. Die Bezeichnung „Forex“ steht für „Foreign Exchange Market“. Es handelt sich um den größten Finanzmarkt der Welt mit einem täglichen Handelsvolumen von etwa drei Billionen US-Dollar. Forex Trading ermöglicht jedem, der über einen entsprechenden Zugang verfügt, täglich 24 Stunden lang am Kapitalmarkt zu handeln. Forex bietet Tradern eine Vielzahl handelbarer Währungspaare. Die sechs wichtigsten Währungspaare werden als „Mayors“ bezeichnet. Pips Kursveränderungen bei einem Devisenkurs werden durch „Pips“ dargestellt. Ein „Pip“ steht für „Point in Percentage“ und bezeichnet bei einem Devisenkurs die vierte Stelle hinter dem Komma. Hat man beispielsweise beim Währungspaar Euro/US-Dollar (EUR/USD) zu einem Preis von 1,1064 gekauft und dieser Wert steigt auf 1,1074, hat sich der Kurs um 10 Pips verändert. Selbst die kleinsten Bewegungen können bei Kursdifferenzen, je nach gewähltem Hebel und Spread des Brokers, einen deutlichen Gewinn ausmachen. Hebel Der Hebel wird im internationalen Handel als „Leverage“ bezeichnet. Brokern wird dadurch die Möglichkeit gegeben, eine Position zu eröffnen, ohne dass sie Kapital hinterlegen müssen. Bei den meisten Brokern sind Hebel von 1 : 50 bis 1 : 500 zu finden. Beispielsweise ermöglicht ein Hebel von 500, dass mit einem Einsatz von einem Euro ein Volumen von 500,00 € gehandelt werden kann. Steigt der Gewinn der Währung um 0,01 , wird ein Gewinn von 5,00 € erzielt. Genauso kann beim Devisenhandel auf fallende Kurse gesetzt werden. Der Trader setzt in diesem Falle beim Trading nicht auf „long“, also auf steigende Kurse, sondern auf „short“, das heißt auf fallende Kurse. Broker verlangen für diese sogenannten „gehebelten Positionen“ immer eine Margin. Margin Unter „Margin“ wird eine Sicherheit verstanden, die ein Broker verlangt, wenn ein Trader eine Position mit einem Hebel tätigt. Diese beträgt in der Regel etwa ein Prozent. Handelt ein Trader beispielsweise mit einem Währungspaar in einer Größenordnung von 10.000,00 €, verlangt der Broker eine Margin von 10,00 €. Broker wollen…

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Martingale Strategie – Vor- und Nachteile der Verdopplungsstrategie

Der Begriff erscheint ein wenig geheimnisvoll und Martingale Strategie erweckt ihrem Namen nach einen Eindruck von Geschicklichkeit und Geheimwissen. Die grundsätzlichen Ansichten dazu sind zweigeteilt. Zunächst zur Herkunft des Wortes. Das Wort selbst soll eine Ableitung aus dem Namen der französischen Stadt Martigues sein, deren Einwohner als naiv risikobereit galten. Diese Charaktereigenschaft ist in Frankreich durchaus beliebt. Im 18. Jahrhundert verbreitete sich das Roulette Spiel in ganz Europa. Zuerst in Italien und Frankreich, später auch in Deutschland und den restlichen europäischen Ländern wurde Roulette zum beliebten Zeitvertreib der höheren Gesellschaft. Spieler, Mathematiker und Besitzer von Spielkasinos entwickelten schnell Theorien über die Wahrscheinlichkeit eines sicheren Gewinns, von denen es einige als Teil der Wahrscheinlichkeitsrechnung tatsächlich bis in die mathematische Literatur geschafft haben. Eine dieser Wahrscheinlichkeitsrechnungen ist die Martingale Strategie. Auf die komplexen mathematischen Hintergründe mit Wahrscheinlichkeitsräumen, Bedingungen und Indexmengen soll hier verzichtet werden. Das System Martingale im Roulette Spiel beinhaltet, dass nach einem Verlust im nächsten Spiel der doppelte Einsatz gesetzt wird. Das wird solange wiederholt, bis ein Gewinn erzielt wurde. Danach beginnt das nächste Spiel wieder mit einem kleinen oder mittleren Einsatz. Die Rechenweise ist ebenso einfach, wie einleuchtend. Beim kleinen Spiel auf die rote oder schwarze Farbe, beziehungsweise die geraden oder ungeraden Zahlen hat der Spieler eine 50%ige Gewinnchance. Bei Verlust verdoppelt er den Einsatz und hat dann im Gewinnfall den verlorenen Einsatz und einen Gewinn. Das wiederholt der Spieler immer wieder. Die Martingale Strategie ist ebenso einleuchtend, wie gefährlich. Der Spieler benötigt im ungünstigen Fall enorm starke Nerven, Durchhaltevermögen und ordentlich Kleingeld in der Tasche. Erfahrene Glücksspieler wissen, dass eine Strähne im Casino lange dauern kann. Glückssträhnen ebenso wie Pechsträhnen. Eine Serie von 12 Mal der gleichen Farbe hintereinander ist durchaus keine Seltenheit. Hat der Spieler im ersten Spiel einen Euro eingesetzt, dann ist er nach 12 Verlusten und den entsprechenden Verdopplungen bereits bei 2048 Euro. Für die meisten Spielbank Besucher ist damit das Taschengeld komplett verspielt. Geht der Einsatz noch einmal schief, steht der Spieler mit leeren Taschen da. Die Umrechnung der 50% Chance auf die Gewinnaussicht ist durchaus nicht verkehrt. Mathematiker gehen jedoch davon aus, dass diese Regel erst bei 1000 Versuchen mathematisch durchschlägt. Theoretisch können die ersten 500 Versuche falsch sein. Die Martingale Strategie hat in der Geschichte des Roulette vielen Spielern ein ansehnliches Vermögen beschert. Mindestens ebenso viele haben Haus , Hof und Vermögen verloren, weil die Kugel einen Wurf zu spät auf die richtige Farbe gefallen ist. Mathematische Wahrscheinlichkeiten bleiben Wahrscheinlichkeiten und die Glücksgöttin Fortuna lässt sich nicht zwingen. Auch nicht mathematisch. Das Martingale System als Trading Strategie Grundsätzlich wollen Trader mit dem Martingale System als Trading Strategie das gleiche Ziel erreichen, wie die Spieler beim Roulette: Vergangene Verluste sollen durch doppelten Einsatz und Gewinne ausgeglichen werden. Beim Forex Handel und beim CFD Handel oder binären Optionen wird die Martingale Strategie von einigen Spezialisten erfolgreich eingesetzt. Voraussetzung für eine klassische Martingale Strategie ist der Einsatz von Werten in immer gleicher Höhe, der nach einem Verlust verdoppelt wird und nach einem Gewinn wieder mit dem kleinsten eingesetzten Wert beginnt. Für Kleininvestoren ist das nicht zu empfehlen. Die Kursbewegungen an den Börsen und außerbörslichen Handelsplätzen lassen sich mit anderen Indikatoren besser beurteilen und erfolgreicher handeln. Die Ausgangsgrößen für die Berechnung der Wahrscheinlichkeiten für die Entwicklung von Börsenwerten sind völlig andere als beim Roulette Spiel, auch wenn die Risiken vergleichbar sind. Wer große Geldmittel zur Verfügung hat und mit kleinen Werten beginnt, kann mit der Martingale Strategie möglicherweise langfristig für sich die Gewinnzone sichern. Für Fondsmanager und große Brokerhäuser kann eine solche Martingale Strategie interessant sein, wenn sie in ein reales Verhältnis zu den anderen Indikatoren und Kaufsignalen am Handelsplatz gesetzt wird. Kleininvestoren sollten besser die Finger von dieser hoch riskanten Strategie lassen. Meist sind auch gar nicht die ausreichenden finanziellen Mittel vorhanden, um die Martingale Strategie lange genug durchzuhalten. Für sie gleicht die Martingale Strategie beim Traden eher einer Verzweiflungstat mit der Gefahr des Totalverlustes als einer Strategie beim Traden. Die Antimartingale Strategie Die Martingale Strategie geht einen anderen Weg. Sie konterkariert die Verdopplungsstrategie durch eine Halbierungsstrategie. Bei Gewinnen und Gewinnserien werden die eingesetzten Werte verdoppelt und bei Verlusten und Verlustserien halbiert. Das garantiert nicht, dass der Investor in der Gewinnzone bleibt, vermeidet aber den Totalverlust. Weitere Abwandlungen und Modifikationen der Martingale Strategie haben gemeinsam, dass es sich um eine mehr oder weniger begründete mathematische Wahrscheinlichkeit handelt, der zufolge ein Börsenwert sich ändert. Mit Angebot und Nachrage, Kaufsignalen, Indikatoren, Oszillatoren und Wirtschaftsdaten hat die Martingale Strategie weniger zu tun. Unerfahrene Trader riskieren bei leichtfertiger Anwendung den Totalverlust. Fazit Die Martingale Strategie ist ein System, welches aus dem Bereich des Glückspieles stammt und wesentliche Eigenschaften von dort enthält. Als Trading Strategie ist sie nur bedingt geeignet. Sie berücksichtigt keine börsentechnisch fundierten Fakten und erfordert im Falle des mehrfachen Verlustes hohe bis unbegrenzte finanzielle Mittel. Für erfahrene Spezialisten an der Börse und an außerbörslichen Handelsplätzen kann die Martingale Strategie ein Management Instrument sein, um das Handelskapital mittel- und langfristig in der Gewinnzone zu halten. Für Kleinanleger und unerfahrene Trader ist es besser, den Kaufsignalen und Strategien zu folgen, die auf Wirtschaftsdaten und Erfahrungswerten beruhen. Die Ratschläge von Brokern und erfahrenen Tradern sind wertvoller als riskante Investitionen in unbekannte Größen. Insgesamt betrachtet stehen mehr Argumente gegen die Martingale Strategie als dafür.

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Hebel beim Forex Trading – Devisenhandel auf Kredit

Der Devisenhandel ist eigentlich sehr simpel. Sie kaufen oder verkaufen ein Währungspaar und gleichen den Differenzbetrag aus, sobald die Position geschlossen wird. Lagen Sie richtig, bekommen Sie Geld, lagen Sie falsch, müssen Sie Geld bezahlen. Wenn man aufmerksam die etlichen Risikohinweise rund um das Forex Trading liest, so findet man fast immer die Wortkombination „gehebelte Anlagemöglichkeit“. Was steckt eigentlich dahinter? Gehebelte Anlagemöglichkeiten Gehebelt bedeutet, dass Sie weitaus mehr Kapital am Markt bewegen können, als Sie auf Ihrem Konto zur Verfügung haben. Wie man den Effekt des Hebels (Leverage) nun genau beschreibt, liegt im Ermessen des Betrachters. Entweder ist es mit steigendem Hebel möglich, mehr Kapital mit gleichem Einsatz zu bewegen, oder es ist mit steigendem Hebel weniger Einsatz nötig, um das gleiche Kapital zu bewegen. Beide Aussagen sind korrekt, doch wie wirkt sich der Hebel denn nun aus? Auswirkung des Hebels (Leverage) beim Forex-Handel Der Hebel sagt aus wie hoch ihre Eigenkapitalbeteiligung am Investment ist. Ein klassisches Beispiel hierfür wäre der Hauskauf bei der Bank. Sie möchten ein Haus im Wert von 500.000 € kaufen, haben jedoch nur 100.000 € zur Verfügung. Sie gehen zur Bank und nehmen einen Kredit über 400.000 € auf um das Haus zu kaufen. In diesem Beispiel haben Sie einen Hebel von 5 : 1, denn 100.000 € * 5 : 1 = 500.000 €. Im Devisenhandel liegen die Hebel in der Regel weitaus höher. Ein Hebel von 100 : 1 würde es Ihnen erlauben, mit einem Investment von 1.000 € stolze 100.000 € am Markt zu bewegen. Das Fremdkapital wird Ihnen dabei vom Broker oder der Liquiditätsanbieter des Brokers zur Verfügung gestellt und entsprechend verzinst. Die Risiken und Nebenwirkungen von Hebeln Jede Münze hat zwei Seiten. Die Zinsen fallen in der Regel nicht besonders hoch aus und beim Forex Trading werden Positionen teilweise innerhalb von Minuten wieder geschlossen, weswegen die Zinsen meist gar nicht erst anfallen. Klingt auf den ersten Blick doch super. Problemlos mehrere hunderttausend Euro an Kredit auf Knopfdruck. Nirgendwo sonst bekommt man so einfach fast jeden beliebigen Betrag auf Knopfdruck. Warum bekommt man vom Broker Kapital so einfach zur Verfügung gestellt? Zum einen trägt der Broker praktisch kaum ein Risiko dabei. Wenn Ihnen die Bank einen Kredit für ein Haus gibt, so trägt sie zunächst das Risiko, dass die Immobilie an Wert verliert und/oder Sie das Geld nicht zurückzahlen. Dementsprechend sind mehr Bonitätsprüfungen und ähnliche Absicherungen seitens der Bank nötig, bevor ein Entscheid getroffen werden kann. Bei einem Broker sieht das anders aus. Er leiht Ihnen das Geld auf Knopfdruck, da er sicher ist, dass Sie das Geld zurückzahlen. Nehmen wir folgendes Beispiel an: Sie haben 1.000 € auf dem Konto und möchten mit einem Hebel 100 : 1 ein Standard-Lot handeln. Sie leihen sich somit 100.000 € von Ihrem Broker und eröffnen die Position. Rutscht die Position nun ins Minus, wird sie vom Broker Zwangsgeschlossen (Margin-Call). Sie verlieren 1.000 € (bzw. etwas weniger, aber halten wir das Beispiel einfach). Von den 100.000 € Kredit sind noch 99.000€ übrig, da die Position 1.000 € Verlust gebracht hat. Die 1.000 € von Ihrem Konto werden mit der Position verrechnet. Der Broker hat seine 100.000 € wieder und Ihr Konto steht auf Null. Was viele Broker somit als Leistung anbieten, nämlich das Sie nicht mehr als Ihre Einlage verlieren können, ist im Grunde also nur ein Schutzmechanismus für den Forex Broker. In einigen Fällen verlieren Sie tatsächlich mehr als Ihre Einlage, nämlich dann, wenn der Kurs sich so schnell bewegt, dass Sie zum eigentlichen Margin-Call Kurs keine Gegenseite für die Position finden. Diesen Mehrverlust trägt in der Regel der Broker, was auch mehr oder weniger sein einziges Risiko an dem Handel ist. Die Gegenseite sieht für den Broker natürlich besser aus. In den meisten Fällen wird dem Broker wesentlich mehr daran liegen, dass Sie erfolgreich handeln, denn für jeden Trade, den Sie schließen, erhält der Broker eine gewisse Kommission. Diese kann viele Formen und Farben annehmen, seien es nun Swaps, Spreads oder andere Transaktionskosten. Je mehr Sie handeln, desto mehr verdient der Broker an Ihnen. Dementsprechend ist es für ihn von Interesse, Ihnen möglichst viele Mittel zur Verfügung zu stellen, damit der Devisenhandel für Sie überhaupt interessant ist und Sie deshalb aktiv am Markt agieren. Ausgenommen sind Broker die als Market Maker am Markt agieren. Wie das Prinzip eines Market Makers funktioniert, erfahren Sie in diesem Artikel:  https://smartmoneynews.net/market-maker/ Für den Broker spielt es also keine besondere Rolle, ob Sie einen Hebel nutzen und wie hoch dieser ausfällt. Für Sie als Kunde des Brokers stellt sich nun die Frage, wie hoch der Hebel ausfallen sollte. Ein gesunder Hebel Wie viel Leverage ein Trader nun beim Forex Trading benötigt, ist Geschmackssache. Vergessen wir für einen Moment den ganzen Teil mit Fremdkapital und Kredit und sehen uns rein rechnerisch an, was der Hebel für Sie bedeutet. Nehmen wir an, Sie wollen 100.000 Einheiten einer Währung bewegen. Die folgende Grafik verdeutlicht, wie viel Margin Sie als Sicherheitsleistung auf Ihrem Konto zur Verfügung haben müssen, um 100.000 Einheiten am Markt zu bewegen: Als schlichte Formel: Lots / Hebel = Margin Gegebenenfalls müssen Sie noch den Umrechnungskurs für Fremdwährungen einbeziehen, wenn Sie ein Paar handeln, dass nicht Ihrer Account-Währung entspricht. Ein hoher Hebel kann durchaus von Vorteil sein. Wer beispielsweise mit einer Scalping-Strategie arbeitet und somit nur wenige Pips aus dem Markt mitnimmt, kann mit einem hohen Hebel dementsprechend mehr Gewinn aus kleinen Bewegungen mitnehmen. Andere Trader möchten oder können vielleicht nur wenig investieren und sind deshalb auf einen höheren Hebel angewiesen, damit es Ihnen möglich ist, genug Kapital zu bewegen um nennenswerte Gewinne zu erzielen. Die Kehrseite dürfte relativ eindeutig sein. Je mehr Geld Sie bewegen können, desto eher laufen Sie Gefahr zu viel Risiko in eine Position zu stecken. Der Markt bewegt sich entweder positiv oder negativ für Sie, dabei ist der Pip-Wert aber identisch. Wenn Sie für einen Pip in Ihre Richtung 1 € gewinnen, verlieren Sie im Umkehrschluss auch einen 1 € mit einem Pip entgegen Ihrer Richtung. Sie sollte dabei im Hinterkopf behalten, dass ein höherer Hebel nicht automatisch einen höheren Einsatz…

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Swingtrading oder Daytrading? – Unterschiede und Hintergründe

Swingtrader oder Daytrader, welcher Typ sind Sie? Ist einmal der Entschluss getroffen mit Hebelprodukten handeln zu wollen, so hat man sich auch garantiert in vielerlei Hinsicht vorab informiert sowie auch belesen. Zuerst kam sicherlich die Recherche nach dem passenden Broker. Hierbei musste man darauf achten, welche Produkte man handeln möchte (Devisen, CFDs, Futures, usw.) und welche eigentlich angeboten werden. Ganz wichtig war hierbei natürlich ein Blick auf den Ort der Regulierung des Brokers (Zypern, England,…). Danach musste man sich mit dem jeweiligen Handelsprogramm tief greifender auseinandersetzen, wobei die meisten Trader auf den MetaTrader 4 setzen. Es folgten nun garantiert Studien zu den technischen Indikatoren. Und häufig wird dann erst beim Traden selbst realisiert, dass da noch eine wichtige Prämisse fehlt. Die Rede ist von der passenden Handelsstrategie. Wieso sind Handelsstrategien notwendig? So verschiedenartig die Menschen sind, sei es in ihren Geschmäckern, ihren Vorlieben oder ihren Verhaltensweisen, so unterschiedlich sind auch die Trading-Typen. Zwar bewegen sich alle diese Handelsstrategen in abgesteckten monetären und zeitlichen Möglichkeiten. Dennoch weist ein jeder unterschiedliche Frequenzen beim Öffnen und Schließen seiner Position auf. Diese Entschlüsse folgen zumeist einem ausgeklügelten Handelskalkül, welches vorderhand an einem Zeitfenster ausgerichtet ist. Es stellt sich die Frage nach langfristigen und/oder kurzfristigen Trades. Möchte man mit längerfristigen Trends und/oder lieber mit kurzfristigen Schwankungen sein Geld verdienen? Besitz man die innere Ruhe und mentale Stärke, um häufig kleine Verluste zu verkraften? Oder sind es eher große Verlusttrades (von geringer Anzahl) welche einen nicht gleich aus der Bahn werfen? Ausgerichtet an diesen Prämissen legt man dann fest, welche zeitlichen Charts beobachtet werden müssen. Das Gros der Trader verwendet die Candlesticks-Formationen. Entsprechend sind es die Tages- oder gar Wochenkerzen, die ein langfristiger Trendfolger beobachtet. Derjenige welcher an den Schwankungen teilhaben möchte, wird zumeist die Stunden- bis hin zu den Minutencharts verfolgen. Doch wie bei so vielen Dingen im Leben ist auch hierbei Konsequenz vom Trader vonnöten. Entscheidet er sich für eine Trading Strategie, so sollte er nicht davon abweichen und sich durch andere Zeitfenster bei den Kerzen verlocken lassen. Nur weil langfristig betrachtet mein momentaner Verlusttrade doch noch vielversprechend sein könnte, sollte ich diesen auf keinen Fall laufen lassen – sofern ich mich auf das kurzfrequentige Handeln verlegt habe. Umgekehrt ist dies natürlich schon machbar. Insofern ein Trade besonders gut läuft, ich aber nur Kurzzeitpositionen eingehen möchte, kann man ohne Weiteres den Stop-Loss nachziehen. Um so höher dann der Gewinn steigt, umso enger ziehe ich den Stop-Loss ran, bis er letztlich dann ausgelöst wird. Professionelle Trader, die sich auf den kurzfristigen Handel verlegt haben, verwenden in der Regel keine Take-Profit-Limits, außer sie können für kurze Zeit mal nicht vor dem Trading-Desk sitzen. Sie ziehen viel lieber ihre Stop-Loss-Limits nach. Damit gewährleisten sie, auch an abrupten Gewinnschüben partizipieren zu können. Zwei sehr bekannte und auch häufig umgesetzte Strategien, bei denen sich die oben beschriebenen Ansätze sehr schön wiederfinden, sind das Daytrading sowie das Swingtrading. Grundsätzlich lässt sich mit beiden Strategien sowohl der Forex- als auch der CFD-Markt handeln. Wobei es natürlich einen großen Unterschied macht, ob man bei einer hochvolatilen Währung oder bei einer recht stabilen Aktie „rumhebelt“. Das Daytrading Gerade innerhalb der volatilen Bereiche lässt sich sehr schön eine kurzfristige Handelsmethode wie das Daytrading anwenden. Wie der Name bereits sagt, ist es hierbei der Tag, der den Rahmen absteckt. Gemeint ist aber kein normaler Tag von 0-24 Uhr. Vielmehr ist die Rede von einem Handelstag, der in der Regel zwischen 8 und 20 Uhr abläuft – so z. B. an der Frankfurter Börse. Daytrading ist eigentlich erst seit Mitte der 90er Jahre besonders stark vertreten. Dies war die Zeit, in der man den elektronischen Handel einführte. Innerhalb der Daytrading-Szene lassen sich aber auch bereits verschiedenartige Handelstypen klassifizieren. Da gibt es zum einen die Scalp-Trader, die zum Teil wirklich sehr sehr hohe Handelsfrequenzen aufweisen und auch schon mal mit den Tick-Charts operieren. Andere Daytrader hingegen arbeiten mehr mit 5 oder gar 30 Minuten Charts. Ihre Handelsfrequenz ist dementsprechend geringer. Geringer sind dann natürlich auch die Spread-Kosten. Damit sind die Gebühren gemeint, die ein Broker pro Trade veranschlagt. Jemand der eine sehr hohe Handelsfrequenz hat, ist also ein sehr lukrativer Kunde für den Broker. Das Swingtrading Weniger lukrativ für ihn sind da schon die Swingtrading-Strategen. Diese investieren eher mittelfristig. So kann hierbei eine Position schon mal zwischen ein paar Tagen oder gar einigen Wochen gehalten werden. Wichtig ist es dabei die Stops recht tief anzusetzen. Denn handelt man beispielsweise mit CFDs, so können Veröffentlichungen von Quartalszahlen eine starke Volatilität hervorrufen. Befindet sich ein Trend im Long und die Quartalszahlen fallen schlecht aus, so kann man als Scalper natürlich schön shorten. Der „Swinger“ hingegen muss diese Verwerfung aussitzen. Er kann höchstens hinzukaufen. Beim Forex-Swing-Trading – speziell EUR/USD – muss man wiederum seine Stopps gut setzen, da hierbei beispielsweise die nonfarm payrolls extremeVolatilität auslösen. Dabei handelt es sich um die Arbeitsmarktdaten aus den USA, welche zumeist am ersten Freitag des Monats veröffentlicht werden. Überhaupt ist es sehr wichtig, die jeweiligen News-Termine zu wissen und sich entsprechend darauf einzustellen. Gerade beim Trading hat der altbewährte Spruch „Wissen ist Macht“ eine sehr hohe Bedeutung. Nur wer entsprechend die für seinen Handel notwendigen News rechtzeitig erfährt, kann auch adäquat reagieren und z. B. seine Position auflösen. Handelsstrategien verbinden + ein kurzer aber effektiver Tipp Was noch nicht benannt wurde, aber von vielen Tradern praktiziert wird, ist die Kombination der beiden Handelsstrategien. Sprich: ich widme mich als Daytrader einer hochfrequenten Handelsart, habe aber nebenher Positionen, die ich sehr lange halte und entsprechend als Swingtrader aktiv bin. Hierbei ist natürlich ganz besonders Disziplin von Nöten. Sehr ratsam ist das Führen eines Handelstagebuchs. Dieses ist dann das Geschäftsbuch des Traders. Man kann darin bestenfalls so viel Informationen zu jedem einzelnen Trade wie möglich erfahren. Dort findet man beispielsweise das Datum, was gehandelt wurde, die Höhe der Position (wie viel Lot), bei wie viel Punkten erfolgte der Einstieg, wann der Ausstieg, lief alles nach der geplanten Handelsstrategie, wie hat man sich gefühlt, etc. Dessen ungeachtet halten Sie sich bitte immer die alte Börsenweisheit vor Augen: Gewinne…

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Was ist ein IPO beziehungsweise Börsengang?

Was ist ein IPO? In der jüngsten Zeit gab es mehrere IPOs. Beispiele dafür sind Alibaba, Zalando oder Rocket Internet. Die Bezeichnung IPO steht als Abkürzung für „Initial Public Offering“. Damit ist das erstmalige Angebot von Aktien eines Unternehmens auf dem Kapitalmarkt gemeint. Durch dieses Verfahren platziert ein Unternehmen zum ersten Mal eigene Aktien am Kapitalmarkt, welche Kapitalanlegern zum Kauf angeboten werden. Das deutsche Wort „Börsengang“ ist mit der Bezeichnung IPO identisch. Die Abwicklung eines Börsengangs erfolgt von einem Konsortium, das meist aus einem oder mehreren Investmentbanken besteht. Das Gegenteil eines Börsengangs ist der Börsenabgang. Die Erstausgabe von Aktien, wodurch einem Unternehmen Mittel zufließen, wird als Erstplatzierung (Primary Offering) bezeichnet. Hingegen kommt der Erlös bei einer Zweitplatzierung (Secondary Offering) den Aktionären zugute. Anleger erhalten Informationen über aktuelle oder anstehende Börsengänge bei ihrer Hausbank oder im Internet. Börsengänge werden in einem Emissionsprospekt dargestellt oder auch durch die Presse bekannt gegeben. Gründe eines Unternehmens für einen Börsengang Die Gründe, weshalb ein Unternehmen an die Börse geht, können unterschiedlich sein. Meist steht eine finanzielle Motivation im Vordergrund, bei der ein Unternehmen mit der Ausgabe von Aktien finanzielle Mittel zuführt, um das Eigenkapital zu erhöhen und die Kapitalstruktur verbessert. Plant eine Firma beispielsweise, die Produktpalette zu erweitern oder neue Fabrikationsstätten zu errichten, wird mehr Kapital erforderlich. Auch können die bisherigen Eigentümer einer Firma einen Börsengang nutzen, um die eigenen Anteile im späteren Handel zu einem attraktiveren Preis zu verkaufen, als dies bei einem nicht börsennotierten Unternehmen möglich wäre. Weiteres Argument für die Beschaffung von Kapital über die Börse ist die geringere Abhängigkeit von Banken. Beschafft ein Unternehmen Kapital über den Kapitalmarkt, müssen fällig werdende Zinsen regelmäßig und immer zurückgezahlt werden. Hingegen können Dividenden an Aktionäre entfallen, wenn beispielsweise kein Gewinn erwirtschaftet wurde. Kredite müssen immer getilgt werden, während Aktionäre ihr Geld nicht zurückverlangen können. Motiv für einen Börsengang kann auch die Erhöhung des Bekanntheitsgrades einer Firma sein, was häufig bei einer bevorstehenden Expansion von Vorteil ist. Wie läuft ein IPO beziehungsweise ein Börsengang eines Unternehmens ab? Auswahl der Emissionsbank Zu Beginn muss ein Unternehmen Gespräche mit Banken führen, um Partner für die Durchführung des IPO zu finden. Gespräche mit dem Management, Firmenanalysen und die Vorlage eines Businessplanes ermöglichen den Kreditinstituten einen ersten Überblick. Im weiteren Verlauf bewerben sich die Banken um die Begleitung eines Börsenganges. Dazu geben die Kreditinstitute Angebote über ihre Preisvorstellungen und Konditionen ab. Nach Abschluss dieser Verhandlungen wird eine der Banken zum Konsortialführer ernannt. Diesem Konsortium können auch mehrere Banken angehören, die an der Emission beteiligt sind. Durchführung der Unternehmensanalyse Um die Gesellschaft darzustellen, wird eine Prüfung durchgeführt, die die rechtlichen, wirtschaftlichen und organisatorischen Grundlagen des Unternehmens untersucht. Die Prüfung erfolgt durch Wirtschaftsprüfer, die einen „Comfort Letter“ ausstellen, durch den sie für die Richtigkeit der Angaben bürgen und gegebenenfalls auch haftbar gemacht werden. Die Konsortialbanken lassen durch unabhängige Analysten Finanzstudien über das Unternehmen erstellen, wodurch Marktstellung und Marktpotenzial beschrieben werden („Research-Reports“). Diese ermöglichen eine allgemeine Beschreibung einschließlich Historie, aktueller Entwicklungen und Wettbewerbsanalysen. Solche Finanzstudien sind in der Regel sehr umfangreich, weil die Analysten das Unternehmen gründlich unter die Lupe nehmen und von allen Seiten betrachten. Der anzufertigende Bericht dient als Grundlage für einen fairen Börsenwert des Unternehmens. Er ist ein Indikator dafür, in welcher Höhe der Emissionspreis angesetzt werden kann. Die Analyse wird in einem verbindlichen Börsenprospekt zusammengefasst. Die Erstellung eines Börsenprospektes ist durch eine EU-Richtlinie festgelegt und Voraussetzung für einen Antrag auf Zulassung zum Börsenhandel. Roadshow Durch eine Roadshow betreibt die Gesellschaft auf der Basis des vorher entstandenen Prospektes Werbung für ihren Börsengang. Alle Informationen werden erstmals einer breiten Öffentlichkeit bekannt gegeben. Die Banken versuchen, institutionelle Anleger für den Bezug von Aktien zu gewinnen. Ziel dieser Roadshow ist, das Interesse an Aktien des Unternehmens zu ermitteln. Meist gegen Ende der Roadshow verkündigt die Bank die Preisspanne. Dabei handelt es sich um die Bandbreite, in der der Emissionspreis für die Aktien voraussichtlich festgelegt wird. Möglich ist auch die Bestimmung eines Festpreises oder die Festlegung des Emissionspreises in einem Auktionsverfahren. Festlegung eines Emissionspreises Der Roadshow schließt sich die Bookbuilding-Phase an, bei der eine Preisspanne und die maximale Zahl der zu emittierenden Aktien festgelegt werden. Die neuen Aktien werden öffentlich zur Zeichnung angeboten. Investoren haben ab jetzt die Möglichkeit, innerhalb der festgelegten Zeichnungsfrist und nach Bekanntgabe der Preisspanne auf die Aktien zu bieten. Der Emissionspreis befindet sich in der Regel im Rahmen der Bookbuildingspanne. Investoren können bestimmen, wie viele Aktien sie zu welchem Preis kaufen („zeichnen“) möchten. Ist das Interesse größer als die Zahl der angebotenen Aktien, handelt es sich um eine Überzeichnung. Die Konsortialbank kann in so einem Fall festlegen, ob sie noch weitere Aktien ausgibt oder eine Zuteilung festlegt. Durch diese Zuteilung bestimmt die Bank, wer mit welcher Quote die gezeichneten Aktien erhält. Zuteilung der Aktien Nach Schließung der Orderbücher wird der Emissionspreis abschließend festgelegt. Die Aktien werden endgültig an die Investoren zugeteilt. Erstnotiz an der Börse Wurden die Aktien zugeteilt, werden sie zum ersten Mal an der Börse gehandelt. Es erfolgt erstmals die Festlegung eines Börsenkurses, der Erstnotiz. Von dieser Erstnotiz hängt ab, ob Investoren in Bezug auf den von ihnen gezahlten Emissionspreis, einen Zeichnungsgewinn oder Verlust erfahren. Anschließend erfolgt der reguläre Handel an der Börse. Die Aktien des Unternehmens werden jetzt an der Börse gehandelt und obliegen den Schwankungen des Aktienmarktes. Marktsegmente Für Aktiengesellschaft sind in Deutschland zwei Marktsegmente geregelt. Dabei handelt es sich um den regulierten Markt und den Freiverkehr. Beim regulierten Markt müssen dort gelistete Unternehmen gesetzliche Mindestanforderungen erfüllen („General Standard“). Nach Abschluss des Geschäftsjahres ist ein Jahresfinanzbericht zu veröffentlichen. Zusätzlich haben die Vorlage eines Halbjahresfinanzberichtes und die Veröffentlichung von Zwischenmitteilungen für das erste und dritte Quartal des Geschäftsjahres zu erfolgen. Ad-hoc-Nachrichten sind ebenfalls vom Unternehmen zu veröffentlichen. Der regulierte Markt kennt zusätzlich den „Prime Standard“, bei dem noch strengere Level erfüllt werden müssen. Gesellschaften müssen beispielsweise ihre Berichterstattung auch in englischer Sprache vorlegen. Im Freiverkehr müssen Unternehmen beispielsweise im Rahmen des „Entry Standard Levels“ den Jahresabschluss erst nach sechs Monaten vorlegen. Die Vorlage eines Zwischenberichtes muss nur zum Halbjahr erfolgen. Bildmaterial:  © moomsabuy/Fotolia  

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