Swap-Gebühren
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Swap-Gebühren – Die Übernachtungsgebühr beim Forex-Handel

Wer mit Devisen handelt, der wird bald bemerken, dass er immer wieder kleinere Beträge zahlen muss oder manchmal solche als Gutschrift erhält. Das sind die SWAP-Gebühren, auch Rollover genannt.

Was sind Swap-Gebühren und wofür werden sie erhoben?

Am Forex-Markt im großem Stil zu handeln ist, genauso wie bei den Futures, auch für den Laien sehr einfach. Er kann von seinem Broker für eine geringe Menge Geld, als Beispiel 100 €, eine größere Summe erhalten, etwa 10.000 €, mit denen er an der Börse handeln kann. Dieser Hebel, dieser Zuschuss wird als Margin bezeichnet. Dieses Geld kann auch der Broker nicht einfach aus dem Ärmel zaubern. Er muss es sich bei Banken leihen. Und dafür fallen Zinsen an.

Das besondere an diesen Zinsen ist, dass sie nur dann gelten, wenn ein Trade länger als einen Tag läuft. Ganz konkret über 23 Uhr hinaus. Daher stammt auch der Name Rollover, also „Überrollen“, weil der Trade bis auf den nächsten Tag geht. Eröffnet man einen Handel an einem Tag und schließt ihn am gleichen wieder, fallen diese Gebühren nicht an. Bezahlt werden müssen die Swap-Gebühren, wenn ein Trade geschlossen wird. Sie werden automatisch abgehoben.

Wie werden die Swap-Gebühren berechnet?

Als Grundlage dient der Unterschied zwischen den Leitzinsen der Länder, deren Währungen man kaufen und verkaufen möchte. Ein klassisches Beispiel sind Euro und Dollar. Kauft man Euro ein und will sie in Dollar verkaufen, dann zählt der Unterschied vom Leitzins der Euro-Zone zum US-Leitzins. Beträgt der liegt der US-Leitzins zum Beispiel 0,5% über dem Leitzins der Euro-Zone, so muss der Händler in einem Jahr 0,5% an Zinsen zahlen, wenn er seinen Trade so lange offen lässt. Da das nur die Wenigsten tun, werden die tatsächlichen Kosten auf die Tage herunter gerechnet.

So kann es auch vorkommen, dass der Händler den Unterschied zwischen den Leitzinsen in einer Gutschrift erhält, sollte er zu dessen Gunsten ausfallen. Wenn man zum Beispiel Dollar in Euro verkaufen möchte und der Leitzins in Amerika geringer ist als in Europa, fällt der Unterschied zu Gunsten des Händlers aus. Die Differenz wird wieder auf die Tage herunter gerechnet und ihm als Zinsanteil an seinen Gewinnen ausgezahlt.

Was mache ich da eigentlich?

Immer wieder werden von Forex-Anfängern Fragen wie eben zum Beispiel nach den SWAP-Gebühren gestellt. Möchte man sich lediglich informieren, so ist diese Frage natürlich berechtigt. Interessant wird es jedoch, wenn die Frage anfängt mit: Auf meinem Kontoauszug werden ständig irgendwelche Summen abgezogen – wofür eigentlich? Dieses Beispiel findet man nicht nur beim Forex-Handel, auch oder gerade beim Handel mit Optionsscheinen gibt es so viele Dinge zu bedenken, dass man sich gefälligst VOR dem Handel mit Finanzinstrumenten damit auseinandersetzt. Sonst wird ein vermeindlich rentables System plötzlich zur Nullnummer.


Bildmaterial: © Dmytro Grankin/123RF

 

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